Nutzen Sie den richtigen „Hammer“?

Nutzen Sie den richtigen „Hammer“?

Seth Godin schreibt in seinem Blog-Artikel „Hammer Time“ darüber, dass für eine Person mit einem Hammer jedes Problem wie ein Nagel aussieht. Die Frage ist: welchen Hammer haben Sie in der Hand?

„So, if it’s true that to a person with a hammer, every problem looks like a nail, the really useful question is, „what sort of hammer do you have?““

Godin gibt als Beispiel, dass ein Patient mit Rückenleiden unterschiedliche Therapievorschläge bekommt, ja nach Fachrichtung des Arztes. Der Chirurg schlägt einen Eingriff vor, der Orthopäde Physiotherapie und der Naturheilmediziner versucht Akkupunktur. Die Lösung ist nicht Abhängig vom Problem des Patienten, sondern vom Fachgebiet des Arztes.

Bezogen auf eCommerce und Online-Marketing sieht die Situation wohl ähnlich aus. Wenn Sie Ihren Traffic oder Ihre Orders steigern wollen, was schlagen denn Ihre SEO-, SEM-, Usability- oder sonstige Berater vor? Wohl jeder das, was seiner Fachrichtung entspricht. Und keiner von Ihnen wird wirklich falsch liegen. Fraglich ist nur, welche Lösung die naheliegendste ist, welche die einfachste oder günstigste und welche bringt den besten ROI?

Um die jeweiligen Vorschläge vernünftig beurteilen zu können, muss der Entscheider ein grundlegendes Verständnis der Gesamtmaterie haben, um entsprechend abzuwägen und zu priorisieren.

Noch schwieriger wird es bei neuen Modethemen wie Social Media und Social Commerce. Meist sind die Berater selbst noch nicht erfahren genug, die Tools noch nicht ausgereift und die Ergebnisse noch nicht richtig messbar. Facebook-Profil, Twitter-Account, Blogs, Bookmarks und Reviews – welchen „Hammer“ sollte man wirklich einsetzen? Vor allem, wenn dies zusätzliche Kosten und Aufwand bedeutet und das Team schon ausgelastet ist.

Die Antwort hängt natürlich von der individuellen Situation des Unternehmens ab (und hoffentlich nicht nur vom behandelnden „Arzt“). Aber wenn man sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, dann sollte man sich unbedingt

  1. vorher informieren, was genau gemeint ist
  2. klar sein, welche Ziele und Strategie man verfolgt
  3. nach Fakten, messbaren Ergebnissen und konkreten Referenzen erkundigen und
  4. über Aufwand und mögliche Auswirkungen im Klaren sein.

Investieren Sie lieber in langfristige und grundlegende Trends, als in kurzfristige und möglicherweise eher oberflächliche Erscheinungen. Klar ist meiner Meinung nach, dass die Interaktion und Mitbestimmung der Kunden im Rahmen des Social Commerce kein „Ripple“ ist, sondern ein „Groundswell“. Ob man es nutzt, sollte nicht die Frage sein, sondern lediglich wie man es es im eigenen Shop nutzt.

Godin jedenfalls ist der Meinung, dass man neue Herausforderungen selten mit alten Tools meistern kann. Die Kernkompetenz des Zuständigen liegt also eher darin, wie schnell und gut er umdenken und „den Hammer wechseln“ kann.

„When the market changes, you may be seeing all the new opportunities and problems the wrong way because of the solutions you’re used to. The reason so many organizations have trouble using social media is that they are using precisely the wrong hammer.“

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