Marc's Blog

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26

Jun

2009

Beta-Kultur in Unternehmen

In den heutigen Zeiten scheint die ständige Veränderung das einzig konstante zu sein. Darauf müssen sich nicht nur die Menschen einstellen, sondern auch die Unternehmen. Junge und flexible Unternehmen setzen daher immer häufiger auf eine Beta- (oder "Launch & Iterate") Strategie, in der durch Ansätze wie z.B. OpenSourcing oder "ShipIT" frühe Versionen von Programmen & Software schnell veröffentlicht und dann durch Feedback oder Mitarbeit der Nutzer verbessert und erneut released werden. In der Welt des Cloud-Computing können Software-Anbieter durch gehostete Software-as-a-Service (SaaS) Angebote regelmäßig kurzfristige Updates durchführen, ohne dass der Kunde dadurch beeinträchtigt wird oder eingreifen muss. Dies begünstigt den ShipIT Ansatz, da kleinste Änderungen ohne aufwändige Eingriffe geschehen können.

 

Warum kann man diese Philisophie nicht auch in unseren Arbeits- & Management-Alltag übernehmen? In Zeiten des Real-Time Web müssen Entscheidungen schnell getroffen werden, sonst gehen andere in Führung. Im Web zählt nicht mehr die Perfektion, sondern die Geschwindigkeit. Perfektioniert wird dann im laufenden Betrieb und im Dialog mit Nutzern und Kunden. Hier fängt ganz klar der frühe und kommunikative Vogel den Wurm.

 

Seth Godin (Autor von "Tribes" & "Purple Cow") schrieb zuletzt in seinem Blog, dass klassische Unternehmen die Veränderung scheuen, da dies bedeutet, dass sie gängige Praktiken umstellen und neue Erfahrungen sammeln müssen, wodurch sie kurzfristig an Effizienz einbüßen, langfristig aber profitieren können. Kurzfristige Einbußen sind im Konzern-Alltag aber nicht gern gesehen und ziehen schnell Aktionismus nach sich, der jeden Ansatz von Weitsichtigkeit verpuffen lässt. Dies erklärt, warum kleine und flexible Online-Händler und Affiliates innovativ und profitabel agieren können, während klassische Versandhändler an Boden verlieren (siehe z.B. Exciting Commerce Blog).

 

Daher empfehle ich ein Umdenken des Managements in Richtig Beta bzw. ShipIT, wie es auch Jeff Jarvis (Autor von "What would Google do?") in seinem Blog mit "Beta think: Live work" zum Ausdruck bringt. Jarvis bezieht sich hier auf Mark Benioff von Salesforce.com, der Sagt, dass der Prozess vor dem Produkt stehen sollte:

 

"But this urgency isn’t just about speed. It’s about organizing work around process over product: beta-think. “Even in development, customers are demanding now that they want to be able to build in that sandbox and deploy immediately, instantly, no delay,” Benioff said. Take that principle past software to other industries [...] and to work itself as beta becomes a principle of workflow and management. And that shift will bring a cultural clash to countless workplaces [...]."

 

Also: immer Beta-Denken und einfach Machen, Nachfragen und Nachbessern.

 

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